Prinzipiell gilt keine körperliche Gewalt anzuwenden, auch in der Korrektur von unerwünschtem Verhalten.
Denken Sie immer daran, dass Sie letztendlich mit Ihrem Hund ein Rudel darstellen und darin die Rudelführer-Rolle einnehmen. Da auch in einem reinen Hunderudel keine effektive Gewalt zur Korrektur durch den Rudelführer angewendet wird, ist dies auch in "Ihrem" Rudel der falsche Weg.
In diesem Artikel sprechen wir von "normalen" Fällen. Hunde welche bereits auf Stufe Rot fahren, d.h. unkontrollierbares Schnappen/Beissen an den Tag legen etc. gehören auf jeden Fall zwingend in die Hände von professionellen Ausbildern.
Versuchen Sie hier nicht irgendwelche Ratschläge aus Büchern etc. selbst anzuwenden, Sie werden unbeabsichtigt das Verhalten verschlimmern. Hier stehen Ihnen die Trainer des NBC mit Rat und Tat zur Seite.
Meistverbreiteter Fehler bei Korrekturen ist die Reaktion durch den Menschen zum falschen Zeitpunkt. Die Korrektur muss in direktem Zusammenhang mit dem unterwünschten Verhalten erfolgen.
Erfahrene Hundeprofis erkennen schon bereits in den vorgängigen Signalen, welche der Hund durch seine Körpersprache sendet, dass ein entsprechendes Verhalten resultieren wird und können dieses bereits im Vorfeld unterbinden. Wie gesagt...Hundeprofis.
Verbinden Sie eine Korrektur, welche ja durchaus auch verbal erfolgen kann, niemals mit Namensnennung Ihres Hundes. Ansonsten besteht das Riskio, dass Ihr Hund die Nennung seines Namens mit Korrekturmassnahmen verknüpft, was wir ja auf jeden Fall vermeiden wollen.
Erstaunlicherweise akzeptieren viele Hundehalter gewisse "Macken" ihres Hundens und leben damit, weil selbstangewendete Korrekturmassnahmen zwar kurzfristig greifen, aber das unerwünschte Verhalten gesamthaft nicht eliminieren (Hund bellt Kinder an, Hundehalter zieht an Leine und sagt pfui...und geht weiter...und das ganze wiederholt sich dann Tag für Tag). Das "Problem" wird damit nicht mehr gelöst sondern kann im unangenehmsten Falle gar zu einer Verstärkung des Problems führen.
Wir gehen in diesem Artikel bewusst nicht auf entsprechende Beispiele von Korekturmassnahmen ein, da diverse Faktoren zusammenspielen, weshalb Ihr Hund allfälliges Fehlverhalten an den Tag legt. Es ist für eine wirkungsvolle und nachhaltige Korrektur wichtig, dass die Situation, in welcher das Verhalten entsteht möglichst genau analysiert werden kann und damit auch allfällige Reize, denen Ihr Hund im unmittelbaren Vorfeld des Verhaltens ausgesetzt war klar identifizert werden können.
Basteln Sie also im Zweifelsfalle nicht selbst an Ihrem Hund rum, sondern suchen Sie den Rat Ihres NBC-Trainers.
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Donnerstag, 17. Juni 2010
Mittwoch, 16. Juni 2010
Boxer-Färbungen
Grunsätzlich ist die Grundfarbe des Boxers gelb.
Farbabstufungen gibt es von hellgelb bis dunkelhirschrot. Bei gestromten Boxern sollte die dunkle oder schwarze Stromung (Streifen) von der Grundfarbe unterscheidbar sein. Sie muss in Richtung der Rippen verlaufen. Weiße Abzeichen sind bis zu einem Drittel der Körperoberfläche erlaubt (Soweit mal die hier nicht abschliessend gennante Definition, wenn es um die Vorgaben für Zucht, Wettkampf etc. geht).
Weitere inoffizielle Farben sind weiss und schwarz, doch gibt es effektiv schwarze Boxer?
Weisse Boxer
Ganz aktuell ist darauf hinzuweisen, dass offenbar jedoch auch hier ein Umdenken stattfindet, denn an der diesjährigen 16. Jahressieger-Zuchtschau (05. September 2010 / Luzern) sind erstmals auch weisse Boxer zugelassen.
Zu Entäuschung der Liebhaber dieser Färbung muss gesagt werden, dass es keine effektiv scharzen Boxer gibt. Das Farb-Gen, welches für eine komplette Schwarzfärbung notwendig wäre, existiert in der Boxer-Rasse nicht.
Was ist nun mit all den Bildern „schwarzer“ Boxer, welche man sich googeln kann?
Dazu gibt es drei Antworten:
Farbabstufungen gibt es von hellgelb bis dunkelhirschrot. Bei gestromten Boxern sollte die dunkle oder schwarze Stromung (Streifen) von der Grundfarbe unterscheidbar sein. Sie muss in Richtung der Rippen verlaufen. Weiße Abzeichen sind bis zu einem Drittel der Körperoberfläche erlaubt (Soweit mal die hier nicht abschliessend gennante Definition, wenn es um die Vorgaben für Zucht, Wettkampf etc. geht).
Weitere inoffizielle Farben sind weiss und schwarz, doch gibt es effektiv schwarze Boxer?
Weisse Boxer
Die Aminosäure Tyrosin und das daraus entstehende Enzym Tyrosinase bilden die weiße Fellfärbung, aus ihnen bildet sich Melanin, welches die Grundlage des Farbpigments ist.
Ist die Aminosäure Tyrosin nicht vorhanden, kann der Hund keinerlei Fellfärbung ausbilden, noch hat er ausgefärbte Augen, diese Hunde sind dann Albinos, also weiß mit roten Augen. Rot, weil der stark durchblutete Augenhintergrund durchscheint. Aber ein weisser Boxer muss nicht per se ein Albino sein.
Hat der Hund hingegen "nur" einen Mangel des Enzyms Tyrosinase, bildet er einige wenige Pigmente aus, welche sich aber auf das Auge beschränken. Solche Hunde sind strahlend weiß mit blauen Augen (Die meisten Baby-Boxer haben übrigens bei Geburt bläuliche Augen, unabängig von der Fellfarbe).
Es wird vermutet, das ein "lokaler" Enzymmangel an Tyrosinase für weiße Abzeichen beim Hund verantwortlich ist.
Weiß ist und bleibt also eine Geschmackssache des Hundefreundes, denn der jahrelange Irrglaube, weiße Hunde seien anfälliger für körperliche Missbildungen und/oder Taub, hat sich wissenschaftlich nicht bewiesen.
Da eine weisse Fellfarbe jedoch im Rassestandard einfach nicht vorgesehen ist, wurden diese Hunde früher als unerwünscht abgetan, haben aber heute zum Glück entsprechende Liebhaber gefunden und dürfen am Leben bleiben...nicht jeder Käufer will ja gerade züchten oder an einer Zuchtschau teilnehmen.
Ganz aktuell ist darauf hinzuweisen, dass offenbar jedoch auch hier ein Umdenken stattfindet, denn an der diesjährigen 16. Jahressieger-Zuchtschau (05. September 2010 / Luzern) sind erstmals auch weisse Boxer zugelassen.
Was hat es nun mit den scharzen Boxern auf sich?
Zu Entäuschung der Liebhaber dieser Färbung muss gesagt werden, dass es keine effektiv scharzen Boxer gibt. Das Farb-Gen, welches für eine komplette Schwarzfärbung notwendig wäre, existiert in der Boxer-Rasse nicht.
Was ist nun mit all den Bildern „schwarzer“ Boxer, welche man sich googeln kann?
Dazu gibt es drei Antworten:
- Es ist ein Boxer mit einer sehr dominanten Stromung. Im Englischen spricht man hier auch von „reverse-brindle“ (brindle=gestromt)
- Es ist kein reinrassiger Boxer wodurch auch die Genetik verändert wurde
- Bildbearbeitungsprogramme lassen grüssen
Mittwoch, 9. Juni 2010
Der Rudelführer
Der Hund ist ein Rudeltier.
Sein Rudel besteht aus dem Mensch, bzw. den Menschen denen er gehört. In dieser Konstellation muss dem Hund klar sein, was seine Position innerhalb des Rudels ist. Dabei sollte der Hund logischerweise nicht die Rudelführerposition innehaben.
Viele Hundehalter tendieren im Verhalten und Umgang mit ihrem Vierbeiner dazu, diesen leider nicht als Hund zu betrachten, sondern legen Verhaltensweisen an den Tag, welche man sich aus dem Umgang mit Mitmenschen gewöhnt ist.
Starten wir mit einem kurzer Test:
Wer geht zuerst durch eine Türe rein oder raus?
Wer läuft bei einem Spaziergang voraus, bzw. zieht an der Leine?
Wer entscheidet über den Ausstieg aus dem Auto?
Wer entscheidet über den Sprung auf ihr Bett oder Sofa?
Es gäbe hier noch eine Reihe weiterer Fragen, aber wenn Sie bereits bei einer dieser Fragen mit „mein Hund“ antworten; herzliche Gratulation, ihr Hund ist ihr Chef!
Versuchen Sie nun ihr Verhalten zu rechtfertigen, nach dem Motto „Ja aber....“?
Erneute Gratulation; sie haben sie sich gerade selbst bestätigt, dass ihr Hund der Chef ist.
Und nun wird’s spannend, denn wenn ein Hund der Rudelführer ist, bzw. ihm seine Position im Rudel nicht klar ist (dies muss sich nicht zwingend durch ein dominantes Verhalten äussern, sondern kann auch ängstliche Verhaltenszüge aufweisen) resultiert daraus die Mehrheit der Probleme welche Hundehalter mit ihren Lieblingen haben.
Kennen sie folgende Situation:
Hundeschule/-club, ihr Hund macht eine Übung einfach nicht so wie er eigentlich sollte. Kaum nimmt der Ausbilder ihren Hund an die Leine...ungläubiges Staunen...wieso macht er dies bei mir nicht?
Ganz einfach.
Der Ausbilder übernimmt in diesem Moment direkt und eindeutig die Rolle des Rudelführers und zeigt dies durch klar zum Ausdruck gebrachte Körpersprache und Befehle. Eine Situation in welcher sich der Hund innert Sekunden über seine untergeordnete Position klar wird und sich entsprechend verhält (Hinweis: wir sprechen hier nicht von Hunden, welche Stufe Rot bereits überschritten haben und eine effektive Resozialisierung durchgeführt werden muss).
Nun kommt das erfreuliche für jeden Hundehalter
Beschneiden sie ihren Hund in seiner Freiheit, seinem Leben, seinem Vergnügen, wenn sie sich als Rudelführer positionieren wollen/müssen?
Nein! Im Gegenteil, ihr Hund wird ihnen dafür unendlich dankbar sein, denn es gibt für ihn nichts unangenehmeres als eine unklare Position in seinem Rudel.
Er soll weiterhin spielen, herumtollen, wenn sie es wünschen auch auf/in ihrem Bett liegen...aber...SIE entscheiden darüber wann und wie er dies darf. Diese Entscheidung übernimmt nicht der Hund in eigener Regie.
Wenn sie nun meinen, dass in ihrem Rudel die Hierarchie offenbar doch nicht so ganz klar sein könnte, wird es Zeit, dies zu korrigieren.
Ihre NBC-Trainer stehen ihnen mit Rat und Tat gerne zur Seite, aber werden ihnen nicht ihre interne Hierarchie einrichten.
Dies müssen sie durch konstantes Durchsetzen der entsprechenden Massnahmen schon selbst, denn sonst ist ihr Trainer zwar der Rudelführer, aber sie und ihr Hund nach wie vor auf gleicher Stufe, was ihnen ja nicht wirklich weiterhilft.
Nehmen sie auf jeden Fall die Hilfe eines Trainers in Anspruch, denn die Herstellung einer Rudelhierarchie hat nichts mit Schlagen und Bestrafen zu tun!
Sein Rudel besteht aus dem Mensch, bzw. den Menschen denen er gehört. In dieser Konstellation muss dem Hund klar sein, was seine Position innerhalb des Rudels ist. Dabei sollte der Hund logischerweise nicht die Rudelführerposition innehaben.
Viele Hundehalter tendieren im Verhalten und Umgang mit ihrem Vierbeiner dazu, diesen leider nicht als Hund zu betrachten, sondern legen Verhaltensweisen an den Tag, welche man sich aus dem Umgang mit Mitmenschen gewöhnt ist.
Starten wir mit einem kurzer Test:
Wer geht zuerst durch eine Türe rein oder raus?
Wer läuft bei einem Spaziergang voraus, bzw. zieht an der Leine?
Wer entscheidet über den Ausstieg aus dem Auto?
Wer entscheidet über den Sprung auf ihr Bett oder Sofa?
Es gäbe hier noch eine Reihe weiterer Fragen, aber wenn Sie bereits bei einer dieser Fragen mit „mein Hund“ antworten; herzliche Gratulation, ihr Hund ist ihr Chef!
Versuchen Sie nun ihr Verhalten zu rechtfertigen, nach dem Motto „Ja aber....“?
Erneute Gratulation; sie haben sie sich gerade selbst bestätigt, dass ihr Hund der Chef ist.
Und nun wird’s spannend, denn wenn ein Hund der Rudelführer ist, bzw. ihm seine Position im Rudel nicht klar ist (dies muss sich nicht zwingend durch ein dominantes Verhalten äussern, sondern kann auch ängstliche Verhaltenszüge aufweisen) resultiert daraus die Mehrheit der Probleme welche Hundehalter mit ihren Lieblingen haben.
Kennen sie folgende Situation:
Hundeschule/-club, ihr Hund macht eine Übung einfach nicht so wie er eigentlich sollte. Kaum nimmt der Ausbilder ihren Hund an die Leine...ungläubiges Staunen...wieso macht er dies bei mir nicht?
Ganz einfach.
Der Ausbilder übernimmt in diesem Moment direkt und eindeutig die Rolle des Rudelführers und zeigt dies durch klar zum Ausdruck gebrachte Körpersprache und Befehle. Eine Situation in welcher sich der Hund innert Sekunden über seine untergeordnete Position klar wird und sich entsprechend verhält (Hinweis: wir sprechen hier nicht von Hunden, welche Stufe Rot bereits überschritten haben und eine effektive Resozialisierung durchgeführt werden muss).
Nun kommt das erfreuliche für jeden Hundehalter
Beschneiden sie ihren Hund in seiner Freiheit, seinem Leben, seinem Vergnügen, wenn sie sich als Rudelführer positionieren wollen/müssen?
Nein! Im Gegenteil, ihr Hund wird ihnen dafür unendlich dankbar sein, denn es gibt für ihn nichts unangenehmeres als eine unklare Position in seinem Rudel.
Er soll weiterhin spielen, herumtollen, wenn sie es wünschen auch auf/in ihrem Bett liegen...aber...SIE entscheiden darüber wann und wie er dies darf. Diese Entscheidung übernimmt nicht der Hund in eigener Regie.
Wenn sie nun meinen, dass in ihrem Rudel die Hierarchie offenbar doch nicht so ganz klar sein könnte, wird es Zeit, dies zu korrigieren.
Ihre NBC-Trainer stehen ihnen mit Rat und Tat gerne zur Seite, aber werden ihnen nicht ihre interne Hierarchie einrichten.
Dies müssen sie durch konstantes Durchsetzen der entsprechenden Massnahmen schon selbst, denn sonst ist ihr Trainer zwar der Rudelführer, aber sie und ihr Hund nach wie vor auf gleicher Stufe, was ihnen ja nicht wirklich weiterhilft.
Nehmen sie auf jeden Fall die Hilfe eines Trainers in Anspruch, denn die Herstellung einer Rudelhierarchie hat nichts mit Schlagen und Bestrafen zu tun!
Mittwoch, 26. Mai 2010
Asymmetrisches Wedeln
2006 hat der italienische Neurologe Giorgio Vallortigara auf 18 000 Bildern die Position des Schwanzes bestimmt. Dann war klar: Hunde wedeln asymmetrisch.
Vallortigara ist Hirnforscher an der Universität Triest in Italien. Den grössten Teil seiner wissenschaftlichen Karriere verbrachte er damit, Hirnasymmetrien bei Tieren zu untersuchen, wie zum Beispiel die Spezialisierung der beiden Hirnhälften. Auf diese Asymmetrie ist es etwa zurückzuführen, dass Menschen und andere Primaten bevorzugt die rechte Hand gebrauchen.
Weil die rechte Gehirnhälfte die linke Körperseite steuert und die linke Gehirnhälfte die rechte Körperseite, hatten Forscher bisher immer bei paarweise vorhandenen Körperfunktionen nach dem Effekt der Asymmetrie gesucht. Bei Händen eben, aber auch bei Augen, Ohren, Beinen. Vallortigara fragte sich nun, wie sich die Asymmetrie bei Körperteilen auswirken würde, die es nicht als Paar gab. Und als erstes solches Organ fiel ihm der Hundeschwanz ein.
Der Hundeschwanz eignete sich ganz besonders für das Experiment, weil der Hund mit ihm sein emotionales Befinden anzeigt, und man wusste, dass auch die verschiedenen Gehirnhälften für unterschiedliche Emotionen zuständig sind: Die linke Gehirnhälfte ist generell für Annäherung und Vertrauen zuständig. Die rechte Gehirnhälfte hingegen ist spezialisiert auf Flucht, Misstrauen, Angst.
Da beim Hund die linke Gehirnhälfte die Muskeln steuert, die den Schwanz gegen rechts bewegen, und umgekehrt, vermutete Vallortigara, dass Hunde je nach Gemütszustand asymmetrisch wedeln müssten.
Um das zu überprüfen, arbeitete er mit zwei Tierärzten, die 30 Hunde für Versuche rekrutierten. Sie bauten eine zwei mal zwei mal vier Meter grosse Kiste, in der die Hunde einer nach dem anderen durch das einzige Fenster abwechslungsweise eine Katze, einen dominanten Hund, eine unbekannte Person oder ihren Besitzer zu sehen bekamen. Eine Videokamera zeichnete von oben auf, wie ihr Schwanz wedelte.
In tagelanger, mühseliger Kleinarbeit bestimmte einer von Vallortigaras Mitarbeitern auf 18?000 Einzelbildern die exakte Position des Schwanzes. Die Statistik brachte es dann an den Tag: Wenn die Hunde ihre Besitzer sahen, wedelten sie mit einem Rechtsdrall. Ebenfalls eine Tendenz gegen rechts hatten sie bei der unbekannten Person und bei der Katze, der Schwanz bewegte sich allerdings deutlich weniger stark als beim Anblick des Herrchens. Hatten sie dagegen den dominanten Hund vor sich, schlug der Schwanz stärker gegen links aus.
Alle Reize, von denen sich die Hunde angezogen fühlten – einschliesslich einer Katze –, führten zu rechtsseitigem Wedeln. Wenn der Hund sich auf Flucht einstellte, wedelte er gegen links.
Vallortigara ist Hirnforscher an der Universität Triest in Italien. Den grössten Teil seiner wissenschaftlichen Karriere verbrachte er damit, Hirnasymmetrien bei Tieren zu untersuchen, wie zum Beispiel die Spezialisierung der beiden Hirnhälften. Auf diese Asymmetrie ist es etwa zurückzuführen, dass Menschen und andere Primaten bevorzugt die rechte Hand gebrauchen.
Weil die rechte Gehirnhälfte die linke Körperseite steuert und die linke Gehirnhälfte die rechte Körperseite, hatten Forscher bisher immer bei paarweise vorhandenen Körperfunktionen nach dem Effekt der Asymmetrie gesucht. Bei Händen eben, aber auch bei Augen, Ohren, Beinen. Vallortigara fragte sich nun, wie sich die Asymmetrie bei Körperteilen auswirken würde, die es nicht als Paar gab. Und als erstes solches Organ fiel ihm der Hundeschwanz ein.
Der Hundeschwanz eignete sich ganz besonders für das Experiment, weil der Hund mit ihm sein emotionales Befinden anzeigt, und man wusste, dass auch die verschiedenen Gehirnhälften für unterschiedliche Emotionen zuständig sind: Die linke Gehirnhälfte ist generell für Annäherung und Vertrauen zuständig. Die rechte Gehirnhälfte hingegen ist spezialisiert auf Flucht, Misstrauen, Angst.
Da beim Hund die linke Gehirnhälfte die Muskeln steuert, die den Schwanz gegen rechts bewegen, und umgekehrt, vermutete Vallortigara, dass Hunde je nach Gemütszustand asymmetrisch wedeln müssten.
Um das zu überprüfen, arbeitete er mit zwei Tierärzten, die 30 Hunde für Versuche rekrutierten. Sie bauten eine zwei mal zwei mal vier Meter grosse Kiste, in der die Hunde einer nach dem anderen durch das einzige Fenster abwechslungsweise eine Katze, einen dominanten Hund, eine unbekannte Person oder ihren Besitzer zu sehen bekamen. Eine Videokamera zeichnete von oben auf, wie ihr Schwanz wedelte.
In tagelanger, mühseliger Kleinarbeit bestimmte einer von Vallortigaras Mitarbeitern auf 18?000 Einzelbildern die exakte Position des Schwanzes. Die Statistik brachte es dann an den Tag: Wenn die Hunde ihre Besitzer sahen, wedelten sie mit einem Rechtsdrall. Ebenfalls eine Tendenz gegen rechts hatten sie bei der unbekannten Person und bei der Katze, der Schwanz bewegte sich allerdings deutlich weniger stark als beim Anblick des Herrchens. Hatten sie dagegen den dominanten Hund vor sich, schlug der Schwanz stärker gegen links aus.
Alle Reize, von denen sich die Hunde angezogen fühlten – einschliesslich einer Katze –, führten zu rechtsseitigem Wedeln. Wenn der Hund sich auf Flucht einstellte, wedelte er gegen links.
Dienstag, 11. Mai 2010
Fachbegriffe: Welpenschutz
Welpenschutz ist ein von Hundehaltern häufig benutzter Begriff, der besagt, dass Welpen angeblich bei älteren Hunden eine weitreichende „Narrenfreiheit“ hätten, von ihnen nicht angegangen und nicht verletzt würden; für menschliche Beobachter stelle sich diese Zurückhaltung demnach als Form biologisch-sozial bedingter Toleranz dar.
Bekannt ist mittlerweile, dass es einen generellen Welpenschutz nicht gibt. Eine erhöhte Toleranz genießen Welpen nur in ihrem eigenen Rudel oder bei besonders toleranten und an Welpen gewöhnten Hunden; eine generelle Beißhemmung zum Schutz von Welpen kann nicht von jedem Hund erwartet werden, außer er wurde entsprechend sozialisiert. Problematisch ist hier auch, dass die besagten Hundehalter den Begriff Welpe unscharf auf bereits entwöhnte Junghunde anwenden.
Bei Wölfen in der freien Wildbahn findet kein Kontakt von Wolfswelpen zu rudelfremden Tieren statt, da die Mutter fremde Tiere niemals an ihre Welpen heranlassen würde. Wolfsrudel besiedeln ihre eigenen großen Territorien, vermeiden jeglichen Kontakt zu anderen Rudeln und hierdurch mögliche Streitigkeiten.
Bekannt ist mittlerweile, dass es einen generellen Welpenschutz nicht gibt. Eine erhöhte Toleranz genießen Welpen nur in ihrem eigenen Rudel oder bei besonders toleranten und an Welpen gewöhnten Hunden; eine generelle Beißhemmung zum Schutz von Welpen kann nicht von jedem Hund erwartet werden, außer er wurde entsprechend sozialisiert. Problematisch ist hier auch, dass die besagten Hundehalter den Begriff Welpe unscharf auf bereits entwöhnte Junghunde anwenden.
Bei Wölfen in der freien Wildbahn findet kein Kontakt von Wolfswelpen zu rudelfremden Tieren statt, da die Mutter fremde Tiere niemals an ihre Welpen heranlassen würde. Wolfsrudel besiedeln ihre eigenen großen Territorien, vermeiden jeglichen Kontakt zu anderen Rudeln und hierdurch mögliche Streitigkeiten.
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