Mittwoch, 16. Juni 2010

Boxer-Färbungen

Grunsätzlich ist die Grundfarbe des Boxers gelb.

Farbabstufungen gibt es von hellgelb bis dunkelhirschrot. Bei gestromten Boxern sollte die dunkle oder schwarze Stromung (Streifen) von der Grundfarbe unterscheidbar sein. Sie muss in Richtung der Rippen verlaufen. Weiße Abzeichen sind bis zu einem Drittel der Körperoberfläche erlaubt (Soweit mal die hier nicht abschliessend gennante Definition, wenn es um die Vorgaben für Zucht, Wettkampf etc. geht).

Weitere inoffizielle Farben sind weiss und schwarz, doch gibt es effektiv schwarze Boxer?

Weisse Boxer

Die Aminosäure Tyrosin und das daraus entstehende Enzym Tyrosinase bilden die weiße Fellfärbung, aus ihnen bildet sich Melanin, welches die Grundlage des Farbpigments ist.

Ist die Aminosäure Tyrosin nicht vorhanden, kann der Hund keinerlei Fellfärbung ausbilden, noch hat er ausgefärbte Augen, diese Hunde sind dann Albinos, also weiß mit roten Augen. Rot, weil der stark durchblutete Augenhintergrund durchscheint. Aber ein weisser Boxer muss nicht per se ein Albino sein.

Hat der Hund hingegen "nur" einen Mangel des Enzyms Tyrosinase, bildet er einige wenige Pigmente aus, welche sich aber auf das Auge beschränken. Solche Hunde sind strahlend weiß mit blauen Augen (Die meisten Baby-Boxer haben übrigens bei Geburt bläuliche Augen, unabängig von der Fellfarbe).

Es wird vermutet, das ein "lokaler" Enzymmangel an Tyrosinase für weiße Abzeichen beim Hund verantwortlich ist.

Weiß ist und bleibt also eine Geschmackssache des Hundefreundes, denn der jahrelange Irrglaube, weiße Hunde seien anfälliger für körperliche Missbildungen und/oder Taub, hat sich wissenschaftlich nicht bewiesen.

Da eine weisse Fellfarbe jedoch im Rassestandard einfach nicht vorgesehen ist, wurden diese Hunde früher als unerwünscht abgetan, haben aber heute zum Glück entsprechende Liebhaber gefunden und dürfen am Leben bleiben...nicht jeder Käufer will ja gerade züchten oder an einer Zuchtschau teilnehmen.

Ganz aktuell ist darauf hinzuweisen, dass offenbar jedoch auch hier ein Umdenken stattfindet, denn an der diesjährigen 16. Jahressieger-Zuchtschau (05. September 2010 / Luzern) sind erstmals auch weisse Boxer zugelassen.

Was hat es nun mit den scharzen Boxern auf sich?

Zu Entäuschung der Liebhaber dieser Färbung muss gesagt werden, dass es keine effektiv scharzen Boxer gibt. Das Farb-Gen, welches für eine komplette Schwarzfärbung notwendig wäre, existiert in der Boxer-Rasse nicht.

Was ist nun mit all den Bildern „schwarzer“ Boxer, welche man sich googeln kann?

Dazu gibt es drei Antworten:
  1. Es ist ein Boxer mit einer sehr dominanten Stromung. Im Englischen spricht man hier auch von „reverse-brindle“ (brindle=gestromt)
  2. Es ist kein reinrassiger Boxer wodurch auch die Genetik verändert wurde
  3. Bildbearbeitungsprogramme lassen grüssen
Meist trifft der erste Punkt zu und es handelt sich effektiv um äusserst stark gestromte Boxer, wo die Stromung das klassische Gelb dominiert, bzw. fast verdrängt, so dass der Eindruck eines schwarzen Boxers entsteht.

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