Ergänzend zum bereits publizierten Beitrag "Auswahl von Hund und Züchter" hier ein Nachtrag, den potentiell Interessierte an einem Welpen aus einer Rassenzucht in die Auswahl einfliessen lassen können (sollten).
Es handelt sich hierbei um das Thema Spondylose.
Dies ist eine degenerative Erkrankung des Skeletts, welche im Wirbelsäulenbereich des Hundes zu einer knöchernen Zubildung der Wirbelzwischenräume und so zu einer Versteifung der Wirbelsäule, respektive der betroffenen Wirbel führt. Bei Boxern tritt dieser Verschleiss infolge schlechter Stützgewebestruktur schneller und bei geringerer Belastung auf, als bei anderen Hunderassen. Nebst zu früher oder auch zu hoher Belastung wie auch Übergewicht spielt hier auch die Vererbung mit rein. Wobei hier klar festgehalten werden soll, dass nicht die Spondylose an sich genetisch vererbt wird, sondern die Schwäche der Stützgewebestruktur.
Ein Hund kann mit Spondylose durchaus noch ein gutes Leben führen. Physiotherapie, Medikamente und eine reduzierte, bzw. äusserst kontrollierte sportliche Aktivität werden aber zum regelmässigen Begleiter.
Wie sieht es mit der Spondyloseuntersuchung nun im Zuchtwesen aus?
In der Schweiz müssen Boxer, welche man zur Zucht verwenden möchte eine Spondylose-Untersuchung (Röntgen) mit 18 Monaten machen. Ein Alter, ab welchem Boxer auch vielfach bereits zur Zucht verwendet werden. Da sich Spondylose aber auch erst in späteren Jahren entwickeln kann, wird eine zweite Untersuchung mit 36 Monaten verlangt (Züchter, welche dem Schweizerischen Boxer-Club/Sektion des SKG angeschlossen sind).
In Deutschland sind diese Untersuchungen auf 12 und 24 Monate festgelegt (Züchter welche dem BK München angeschlossen sind).
Berücksichtigen Sie also beim Welpenkauf nicht nur die Ahnentafel sowie die darin angegebenen Untersuchungswerte betreffen HD, Herz und Spondylose sondern auch das Alter der Eltern.
Hat ein Elterntier erst die erste Untersuchung absolviert, ist das keine Garantie, dass in der Zweit-Untersuchung dann nicht doch Spondylose diagnostiziert wird. Hat das Elterntier die Zweituntersuchung gemacht und basieren die Angaben vom Züchter auf der Zweituntersuchung, sind Sie etwas mehr auf der sicheren Seite.
Ein seriöser Züchter wird übrigens auch keine Probleme damit haben, Ihnen die entsprechend aktuellen Auswertungen seiner Zuchttiere vorzulegen.
Aber wie gesagt; Zucht/Vererbung sind nur einer von diversen Faktoren für die Spondylose, einen Risiko-Auschluss gibt es nicht. Aber es schadet sicherlich nicht, wenn man bei der Auswahl des Welpen auch diesen Punkt berücksichtigt.
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Montag, 27. Juni 2016
Montag, 2. September 2013
Hundezüchter mit goldenem Gütezeichen SKG
Die Wahl eines geeigneten Züchters ist nicht immer einfach, gerade für Erst-Hundekäufer.
Hin und wieder findet man dann Züchter, die sich mit dem goldenen Gütezeichen der SKG schmücken und schon denkt man, auf der sicheren Seite zu sein.
Aber der Reihe nach:
Was ist das Goldene Gütezeichen (Textauszug):
Die Schweizerische Kynologische Gesellschaft versucht, dies mit dem goldenen Gütezeichen Absicht der SKG und Zielsetzung des Goldenen Gütezeichens ist die Förderung einer Züchterschaft, die bestrebt ist, Hunde ohne Erbdefekte zu züchten auf der Basis tiergerechter Haltung und liebevoller Betreuung. Dazu gehört es auch, die Erkenntnisse der Verhaltensforschung einzubeziehen. Die SKG will Züchter fördern, die von Verantwortungsbewusstsein gegenüber Tier und Mensch in gleicher Weise getragen werden und erkennen, dass neben einer materiell intakten Zuchtstätte Zeit und Verständnis für die Bedürfnisse der Tiere ebenso wichtige Anliegen sind.
Zum ganzen Text gehts hier.
Einmal erhalten und dann?
Was nun viele Neu-Hundekäufer nicht wissen...das Gütezeichen wird nicht einfach einmal vergeben und dann kann sich der Züchter ein Leben lang damit schmücken, sondern dies unterliegt einer jährlichen Nachzertifizierung (sofern im entsprechenden Jahr Würfe vorhanden sind/waren).
Mehr zu den Weisungen, bzw. das ganze Reglement kann man hier einsehen.
Und wie weiss ich, welcher Züchter diese Auszeichnung nun aktuell wirklich hat...oder sich einfach noch mit einem vor Jahren erhaltenen Zertifikat schmückt?
Das publiziert die SKG jährlich auf ihrer Website.
Zu den aktuell zertifizierten Züchtern gehts hier.
Die Suche findet man hier.
Und das garantiert mir nun einen gesunden Welpen?
Diese Garantie kann Ihnen wohl niemand geben. Hier helfen Ihnen Hundetrainer/Hundeschulen gerne weiter, sei dies bei der gesundheitlichen Auswertung der Ahnen (auch dafür gibts Online-Datenbanken) wie auch bei der Beurteilung der Charaktere der einzelnen Welpen...denn wenn Sie einen eher ruhigen Kameraden zum Spazierengehen haben wollen und dann eine regelrechte Sportskanone heimbringen, mag das im ersten Moment zwar toll klingen, aber ob Sie dem Hund dann auch tatsächlich auslastungstechnisch gerecht werden können, ist ein ganz anderes Thema.
Mittwoch, 26. August 2009
Welpenauswahl - Campbell Test
Der Test wurde 1975 vom kalifornischen Verhaltensforscher William Campbell entwickelt.
Mit diesem Test lässt sich die grundsätzliche Persönlichkeitsstruktur des Welpen erkennen. Vergessen Sie jedoch nicht, dass selbst dominante Erbanlagen durchaus durch einen Halter, der sich aktiv bemüht, verändert werden können: Er kann bestimmte Seiten der Persönlichkeit verstärken und andere dämpfen.
Anziehungs- oder Attraktionstest

Lässt sich mit einem sieben Wochen alten Welpen durchführen.
Setzen Sie den Welpen vorsichtig auf die Erde, und entfernen Sie sich ein paar Meter. Klatschen Sie leicht in die Hände, und beobachten Sie das Verhalten des Tieres:

Muss von einer dem Welpen unbekannten Person durchgeführt werden.
Positionieren Sie den Welpen in Sphinx-Haltung, streicheln Sie ihn und üben Sie dabei Druck auf Kopf und Rücken aus:

Wird jeweils mit einem einzelnen Welpen und ohne den Gebrauch der Stimme durchgeführt.
Erheben Sie sich, und bewegen Sie sich langsam im Gesichtsfeld des Welpen:

Muss von einer dem Welpen unbekannten Person durchgeführt werden.
Heben Sie den Welpen vorne an, in dem Sie ihn mit beide Hände unter dem Brustkorb fassen, und halten Sie ihn 30 Sekunden lang aufrecht fest.

Muss von einer dem Welpen unbekannten Person durchgeführt werden.
Drehen Sie den Welpen sachte auf den Rücken, legen Sie ihm Ihre Hand auf die Brust und halten Sie ihn 30 Sekunden lang so fest.
RESULTAT
Überwiegend Antworten der Kategorie 1:
Dominant-aggressiv. Als Haustier nicht zu empfehlen. Könnte bei guter Dressur einen guten Gebrauchs- oder Wachhund abgeben.
Überwiegend Antworten der Kategorie 2:
Eigensinnig. Gebrauchshund, der eine starke Hand braucht.
Überwiegend Antworten der Kategorie 3:
Ausgeglichen und anpassungsfähig.
Überwiegend Antworten der Kategorie 4:
Unterwürfig. Als Gebrauchshund nicht zu empfehlen.
Überwiegend Antworten der Kategorie 5:
Gehemmt. Schlecht sozialisierter Hund, unberechenbar.
Falls Ihnen Ihnen die Ergebnisse widersprüchlich erscheinen, sollten Sie eventuell den Test wiederholen, möglicherweise waren die Bedingungen ungeeignet (zu junger Welpe, Futter, Stress, Schlaf...)
Hinweis:
Gebrauchshund/Arbeitshund: Für Jagd-, Polizei-, Katastrophendienst etc.
Für Begleithunde wird ein eher unterwürfiger, sanfter Welpe empfohlen.
Quelle: Royal Canin / William Campbell 1975
Mit diesem Test lässt sich die grundsätzliche Persönlichkeitsstruktur des Welpen erkennen. Vergessen Sie jedoch nicht, dass selbst dominante Erbanlagen durchaus durch einen Halter, der sich aktiv bemüht, verändert werden können: Er kann bestimmte Seiten der Persönlichkeit verstärken und andere dämpfen.
Anziehungs- oder Attraktionstest

Lässt sich mit einem sieben Wochen alten Welpen durchführen.
Setzen Sie den Welpen vorsichtig auf die Erde, und entfernen Sie sich ein paar Meter. Klatschen Sie leicht in die Hände, und beobachten Sie das Verhalten des Tieres:
- Es kommt sofort angelaufen, die Rute ist hochgestellt, springt an Ihnen hoch und knabbert an Ihren Händen.
- Es kommt sofort angelaufen, die Rute ist hochgestellt, kratzt mit seinen Pfoten an Ihren Händen.
- Es kommt sofort angelaufen und wedelt dabei mit dem Schwanz.
- Es kommt zögerlich, lässt den Schwanz hängen.
- Es kommt nicht.

Muss von einer dem Welpen unbekannten Person durchgeführt werden.
Positionieren Sie den Welpen in Sphinx-Haltung, streicheln Sie ihn und üben Sie dabei Druck auf Kopf und Rücken aus:
- Er wehrt sich mit der Pfote, dreht sich knurrend um und beißt.
- Er wehrt sich und dreht sich um, versucht Sie zu kratzen.
- Er wehrt sich, beruhigt sich und leckt Ihre Hände ab.
- Er dreht sich auf den Rücken und leckt Ihre Hände ab.
- Er entfernt sich.

Wird jeweils mit einem einzelnen Welpen und ohne den Gebrauch der Stimme durchgeführt.
Erheben Sie sich, und bewegen Sie sich langsam im Gesichtsfeld des Welpen:
- Er folgt Ihnen sofort, mit erhobenem Schwanz und zwickt Sie dabei in die Beine.
- Er reagiert ebenso, aber ohne zu beißen.
- Er folgt Ihnen sofort, lässt dabei den Schwanz hängen.
- Er folgt Ihnen zögerlich, lässt dabei den Schwanz hängen.
- Er folgt Ihnen nicht, sondern entfernt sich.

Muss von einer dem Welpen unbekannten Person durchgeführt werden.
Heben Sie den Welpen vorne an, in dem Sie ihn mit beide Hände unter dem Brustkorb fassen, und halten Sie ihn 30 Sekunden lang aufrecht fest.
- Er wehrt sich heftig, knurrt und beißt.
- Er wehrt sich heftig.
- Er wehrt sich, beruhigt sich und leckt Ihre Hände ab.
- Er wehrt sich nicht und leckt Ihre Hände ab.
- Er wehrt sich nicht.

Muss von einer dem Welpen unbekannten Person durchgeführt werden.
Drehen Sie den Welpen sachte auf den Rücken, legen Sie ihm Ihre Hand auf die Brust und halten Sie ihn 30 Sekunden lang so fest.
- Er wehrt sich heftig und beißt.
- Er wehrt sich, bis er freikommt.
- Er wehrt sich und beruhigt sich schließlich.
- Er wehrt sich nicht und leckt Ihre Hände ab.
- Er wehrt sich nicht.
RESULTAT
Überwiegend Antworten der Kategorie 1:
Dominant-aggressiv. Als Haustier nicht zu empfehlen. Könnte bei guter Dressur einen guten Gebrauchs- oder Wachhund abgeben.
Überwiegend Antworten der Kategorie 2:
Eigensinnig. Gebrauchshund, der eine starke Hand braucht.
Überwiegend Antworten der Kategorie 3:
Ausgeglichen und anpassungsfähig.
Überwiegend Antworten der Kategorie 4:
Unterwürfig. Als Gebrauchshund nicht zu empfehlen.
Überwiegend Antworten der Kategorie 5:
Gehemmt. Schlecht sozialisierter Hund, unberechenbar.
Falls Ihnen Ihnen die Ergebnisse widersprüchlich erscheinen, sollten Sie eventuell den Test wiederholen, möglicherweise waren die Bedingungen ungeeignet (zu junger Welpe, Futter, Stress, Schlaf...)
Hinweis:
Gebrauchshund/Arbeitshund: Für Jagd-, Polizei-, Katastrophendienst etc.
Für Begleithunde wird ein eher unterwürfiger, sanfter Welpe empfohlen.
Quelle: Royal Canin / William Campbell 1975
Freitag, 10. Juli 2009
Welpenauswahl
Definition von Inzucht und weitgehendste Vermeidung von Schadgenen
Gemäss einem Artikel von Frau Dr. Karin Nicodem aus der aktuellen HundeWelt spricht man von Inzucht bei Hunden, wenn in 5-6 (!) Generationen gemeinsame Ahnen zu finden sind.
Gemäss Frau Dr. Nicodem sind in jedem Hund sogenannte Schadgene vorhanden, meist jedoch verdeckt.
Paart man nun Hunde unterschiedlicher Herkunft miteinander, können schadhafte Gene meist durch das gesunde Gen des Partners kompensiert werden.
Das ganze wird anhand eines Beispiels einer Tischdecke veranschaulicht:
Legt man zwei Tischdecken aus identischer, fehlerhafter Produktion (mit Löchern) übereinander,ist der Fehler nicht verdeckbar. Legt man nun zwei Tischtücher übereinander, die zwar auch beide Fehler beinhalten, jedoch aus unterschiedlicher Produktion stammen, werden die Löcher gegenseitig überdeckt.
D.h. bei der Wahl eines Welpen sehr gut auf die Ahnentafel, bzw. den Stammbaum achten und diesen idealerweise 5-6 Generationen zurückverfolgen.
Die offiziellen FCI/SKG Papiere liefern jedoch vielfach nicht die Informationen über diese Tiefe sondern "enden" bereits bei der 4ten Generation. Hier bleibt somit nichts anderes übrig, als den Züchter zu fragen, bzw. die Ahnentafel zu "googlen".
Dies gibt zwar keine absolute Garantie, aber hilft doch zumindest gewisse Risiken zu vermeiden.
Oliver Scheer
Quelle: HundeWelt Juli 09
Gemäss einem Artikel von Frau Dr. Karin Nicodem aus der aktuellen HundeWelt spricht man von Inzucht bei Hunden, wenn in 5-6 (!) Generationen gemeinsame Ahnen zu finden sind.
Gemäss Frau Dr. Nicodem sind in jedem Hund sogenannte Schadgene vorhanden, meist jedoch verdeckt.
Paart man nun Hunde unterschiedlicher Herkunft miteinander, können schadhafte Gene meist durch das gesunde Gen des Partners kompensiert werden.
Das ganze wird anhand eines Beispiels einer Tischdecke veranschaulicht:
Legt man zwei Tischdecken aus identischer, fehlerhafter Produktion (mit Löchern) übereinander,ist der Fehler nicht verdeckbar. Legt man nun zwei Tischtücher übereinander, die zwar auch beide Fehler beinhalten, jedoch aus unterschiedlicher Produktion stammen, werden die Löcher gegenseitig überdeckt.
D.h. bei der Wahl eines Welpen sehr gut auf die Ahnentafel, bzw. den Stammbaum achten und diesen idealerweise 5-6 Generationen zurückverfolgen.
Die offiziellen FCI/SKG Papiere liefern jedoch vielfach nicht die Informationen über diese Tiefe sondern "enden" bereits bei der 4ten Generation. Hier bleibt somit nichts anderes übrig, als den Züchter zu fragen, bzw. die Ahnentafel zu "googlen".
Dies gibt zwar keine absolute Garantie, aber hilft doch zumindest gewisse Risiken zu vermeiden.
Oliver Scheer
Quelle: HundeWelt Juli 09
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