Freitag, 2. Juli 2010

Tollwut in Italien: Schweiz sorgt vor

In den letzten Tagen machte die sich von Italien ausbreitende Tollwut in den Medien die Runde. Nachstehend die offizielle Meldung des BVET zu diesem Thema:

Bern, 01.07.2010 - Die Tollwut hat sich im Nordosten Italiens unter Füchsen stark ausgebreitet. In den Südtälern Graubündens wird nun die Tollwut-Überwachung verstärkt und die Schweiz bereitet sich auf Impfungen von Füchsen vor für den Fall, dass die Krankheit noch näher an die Schweizer Grenze vorrückt.


Die Tollwut tritt in vielen Ländern weltweit immer noch häufig auf, auch in Osteuropa. Von da sind 2008 vermutlich befallene Füchse nach Italien eingewandert. Seither hat sich die Krankheit in die Regionen Friaul, Veneto und Südtirol ausgebreitet. Insgesamt wurden mittlerweile über 250 befallene Tiere registriert: vor allem Füchse, aber auch wenige Hunde, Katzen, Hirsche, Dachse und Esel. Aktuell werden Füchse mit ausgelegten Impfködern und teilweise auch Hunde und Nutztiere in den betroffenen Gebieten Italiens und angrenzenden Regionen Österreichs gegen Tollwut geimpft.

Die Bekämpfung in den betroffenen Gebieten ist intensiv und die Fälle noch beinahe 100 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. Ein Übergreifen auf die Schweiz ist deshalb in den nächsten Monaten nicht zu erwarten, kann jedoch mittelfristig nicht ausgeschlossen werden. Exponiert wären insbesondere das Münstertal und das Unterengadin. In diesen Regionen wird die Überwachung deshalb gestärkt. Wildhüter schicken tot aufgefundene und kranke und verhaltensauffällige Füchse zur Untersuchung ein.

Falls sich die Tollwut wider Erwarten weiter Richtung Schweiz ausbreiten sollte, müssen auch hierzulande Füchse in gefährdeten Gebieten geimpft werden. Das Bundesamt für Veterinärwesen, die Schweizerische Tollwutzentrale, der Kantonstierarzt Graubünden und das Institut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe bereiten sich deshalb vor, um - falls nötig - rasch eine Impfkampagne durchführen zu können.

Die Schweiz ist seit 1998 Tollwut-frei. In vielen Ländern weltweit kommt die für Menschen und Tiere gefährliche Krankheit vor. Es ist deshalb stets darauf zu achten, dass Hunde und Katzen auf Auslandreisen ausreichend vor Tollwut geschützt sind.

Die detaillierten Reisebestimmung können online unter www.bvet.admin.ch abgefragt werden.
Weitere Informationen zur Tollwut generell finden Sie beim Bundesamt für Veterinärwesen, bei der Schweizerischen Tollwutzentrale und beim Bundesamt für Gesundheit.

Adresse für Rückfragen:
Marcel Falk, Kommunikation, Bundesamt für Veterinärwesen, 031 323 84 96

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