Dienstag, 4. Mai 2010

Augenwurm bald in der Deutschweiz - Quelle 20min.ch / 03.05.2010

Folgender Artikel wurde auf 20min.ch per 03.05.2010 publiziert:

Der «Orient-Augenwurm» droht die Alpen zu überqueren. Der bis zu 2 cm lange Parasit befällt auch Menschen und ist bei Tessiner Hunden schon weit verbreitet.

Erstmals in Europa nachgewiesen wurde der aus Asien stammende Augenwurm Thelazia callipaeda 1989 in Italien. «Seither hat er sich massiv verbreitet und wurde 2004 bereits gehäuft im Tessin nachgewiesen», sagt Dr. Manuela Schnyder, die am Institut für Parasitologie der Uni Zürich die Ausbreitung des Parasiten intensiv verfolgt. Gemäss einer von ihr betreuten Studie sind im Süd­tessin derzeit über 6% aller Hunde und über 11% aller Füchse befallen – Tendenz stark steigend. Übertragen werden die Larven des Wurms von der Fruchtfliegenart Phortica variegata, die sich wie der Wurm selber von Tränenflüssigkeit ernährt, etwa von Füchsen, Hunden, Katzen – und Menschen. In Asien infizieren sich vor allem alte Menschen und kleine Kinder, weil sie den ganzen Tag im Freien sind und so eher von der Fruchtfliege besucht werden. In Europa wurden die Würmer bisher bei vier Menschen in Italien und in Frankreich entdeckt. Sie sind aus­serordentlich lästig, verursachen Augenentzündungen und Gewebeschäden.

In ihrer jüngsten Studie haben Dr. Schnyder und ihre Doktoranden nachgewiesen, dass die Phortica-Fliege auch bei uns auf Futtersuche ist; vor allem im Tessin, aber auch in ­Zürich. «Es ist eine Frage der Zeit, bis sich der Augenwurm auch nördlich der Alpen etabliert – entweder über Hunde, über Füchse und mit der Fliege selber», so Schnyder. Und: «Hundehalter tun gut daran, nach Reisen ins Tessin auf allfällige Augenprobleme ihrer Lieblinge zu achten.»

Anmerkung zu diesem Artikel:

Die erwähnte Studie wurde 2010 publiziert und beläuft sich betreffend Tessin auf  Erhebungen zwischen 2005 und 2007. Die Studie kann hier eingesehen werden.

Es gibt per heutigem Datum weder vom BVET noch vom "Institut für Parasitologie UZH" entsprechende Warnungen für Reisende oder Hundehalter.

Und wenn unsere Lieblinge Probleme mit dem Augen haben, gehört dies -  unabhängig von einer Reise ins Tessin - so oder so in die Hände eines Tierarztes.

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