Donnerstag, 3. Juni 2010

Giardien

Verbreitung:
Beim Hund gehören die Giardien zusammen mit den Spulwürmern zu den häufigsten Darmparasiten. In Europa wurden je nach Untersuchungsmethode und Population bis zu 36 Prozent patente Infektionen nachgewiesen. Die Befallsrate bei Welpen und Junghunden kann sogar 50-70 Prozent betragen.

Aber nicht nur das Alter, sondern auch die Haltungsform beeinflusst die Befallsrate. Werden viele Hunde gemeinsam gehalten, wie zum Beispiel in Zwingern oder Tierheimen, steigt das Ansteckungsrisiko. Nach der Einschleppung des Parasiten kann praktisch jedes Tier erkranken.

Eine europäische Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover ergab, dass 22 Prozent der Hunde welche Durchfall hatten, mit Giardien infiziert waren.

Symptome:
Während eine Giardiose bei erwachsenen Hunden vielfach symptomlos verläuft, kann sie bei Welpen und Jungtieren mit übel riechendem, hartnäckigem, hellem Durchfall mit schleimigen, selten mit blutigen Beimengungen einhergehen.  Meist ist der Kot sehr fetthaltig. Zum Teil erbrechen die Tiere auch.

Als Folge der schlechten Nahrungsverwertung und der Mangelernährung tritt Gewichtsverlust ein, obwohl die Hunde vielfach unveränderten Appetit zeigen.

Nachweis:
Der Tierarzt oder ein Untersuchungslabor kann eine Infektion mit Giardien anhand einer Kotprobe mit Hilfe spezieller Anreicherungsverfahren oder mittels Kopro-Antigen-Nachweis feststellen.

Therapie:
Mittel der Wahl ist die Therapie mit Fenbendazol. Infizierte Hunde können mit Fenbendazol in einer Dosierung von 50 mg/kg Körpergewicht an 3 aufeinander folgenden Tagen behandelt werden. Aufgrund des hohen Risikos der Reinfektion wird eine Wiederholungsbehandlung nach 2 Wochen empfohlen. Derzeit gibt es ein Präparat (=Panacur / NBC Redaktion) mit dem Wirkstoff Fenbendazol, das für die Behandlung der Giardiose beim Hund zugelassen ist. Bislang wurden bei der Behandlung mit Fenbendazol keine Nebenwirkungen beobachtet.

Ein Impfstoff mit einer genügend großen Wirksamkeit zum Schutz vor einer Giardien-Infektion steht bislang nicht zur Verfügung.

Anmerkung NBC Redaktion:
Es gibt Fälle, wo Giardien nicht anhand der Erstuntersuchung diagnostiziert werden konnten, bzw. nach erfolgter Behandlung der Giardienbefall als geheilt taxiert wurde, die Symptome (Durchfall) jedoch nicht abgeklungen sind. In diesen Fällen empfiehlt sich eine weitere Untersuchung. Im Normalfall wird der behandelnde Tierarzt dies durchführen, falls nicht, ist eine Zweitdiagnose bei einem anderen Arzt ratsam.

Bei Krankheitssymptomen wie konstantem Durchfall über mehrere Tage gehört ein Hund auf jeden Fall in ärztliche Behandlung.

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