Dienstag, 17. Dezember 2013

Boxerzucht quo vadis?

Derzeit macht ein Artikel des Zuchtleiters des BK München auf facebook die Runde.

Kurz zusammengefasst gehts darum, dass offenbar sehr viele Anträge beim BK München für die kommende Hautpversammlung eingegangen sind, welche die Zucht betreffen. Der Zuchtleiter wiederum stellt sich auf den Standpunkt, dass man die Boxerzucht in Deutschland schon kaputt reguliert habe.

Für mich etwas bedrückend zu lesen, dass man vor dem Thema Spondylose offenbar bereits kapituliert hat, da dies früher oder später jeder Boxer habe.

Dazu wird dann ein Quervergleich mit uns Menschen herbeigezogen. Nun ist es ja aber nicht so, dass wir Menschen gezielt auf ein Idealbild hinzüchten, weshalb für mich dieser Vergleich und auch diverse weitere Aussagen doch etwas fragwürdig erscheinen.

Weiter stellt sich auch die Frage, wieso bei anderen Rassen Hunde mit HD B, bzw. C sogar von der Zucht ausgeschlossen sind, dies beim Boxer aber völlig legitim ist.

Von 1990 bis heute ist in Deutschland ein Rückgang von 2267 auf 1500 Welpen, bzw. Zuchtbucheintragungen resultiert. Jetzt kann man sicherlich darüber in Diskussionen ausufern, dass eine breitere Population wiederum ein breiteres Gen-Potential mitbringt. Andererseits ist es wohl zwangsläufig auch so, dass bei stärkeren Zucht-Restriktionen unter dem Strich nur die Tiere bleiben, welche den gesundheitlichen Zuchtanforderungen effektiv gerecht werden und dem Aufbau eines neuen, gesundheits- und weniger formfokussierten Hundebildes gerecht werden.

Allenfalls müsste man vielleicht auch - wie bei anderen Rassen längst üblich - auf zwei Linien züchten. Die, dem Idealbild des Boxers unterworfene Ausstellungslinie, sowie die eher robustere Arbeitslinie.

Wie auch immer..auf jeden Fall ist es sicherlich nicht 5 vor 12 sondern schon längst 15 nach 12 im Bestreben, den Boxer gesundheitlich wieder auf Vordermann zu bringen. So lange wir damit leben müssen, dass der Boxer per se mit Spondylose ausgestattet ist, mit HD-Werten gezüchtet wird, welche bei anderen Rassen schlichtweg ausgeschlossen sind und in Büchern steht, dass der Boxer halt nicht ein Hund ist, der ein hohes Alter erreicht, gibt es noch sehr sehr viel zu tun.

zum Artikel gehts übrigens hier.

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