Montag, 27. Juni 2016

Auswahl eines Boxerwelpen / Thema Spondylose

Ergänzend zum bereits publizierten Beitrag "Auswahl von Hund und Züchter" hier ein Nachtrag, den potentiell Interessierte an einem Welpen aus einer Rassenzucht in die Auswahl einfliessen lassen können (sollten).

Es handelt sich hierbei um das Thema Spondylose.

Dies ist eine degenerative Erkrankung des Skeletts, welche im Wirbelsäulenbereich des Hundes zu einer knöchernen Zubildung der Wirbelzwischenräume und so zu einer Versteifung der Wirbelsäule, respektive der betroffenen Wirbel führt. Bei Boxern tritt dieser Verschleiss infolge schlechter Stützgewebestruktur schneller und bei geringerer Belastung auf, als bei anderen Hunderassen. Nebst zu früher oder auch zu hoher Belastung wie auch Übergewicht spielt hier auch die Vererbung mit rein. Wobei hier klar festgehalten werden soll, dass nicht die Spondylose an sich genetisch vererbt wird, sondern die Schwäche der Stützgewebestruktur.

Ein Hund kann mit Spondylose durchaus noch ein gutes Leben führen. Physiotherapie, Medikamente und eine reduzierte, bzw. äusserst kontrollierte sportliche Aktivität werden aber zum regelmässigen Begleiter.

Wie sieht es mit der Spondyloseuntersuchung nun im Zuchtwesen aus?

In der Schweiz müssen Boxer, welche man zur Zucht verwenden möchte eine Spondylose-Untersuchung (Röntgen) mit 18 Monaten machen. Ein Alter, ab welchem Boxer auch vielfach bereits zur Zucht verwendet werden. Da sich Spondylose aber auch erst in späteren Jahren entwickeln kann, wird eine zweite Untersuchung mit 36 Monaten verlangt (Züchter, welche dem Schweizerischen Boxer-Club/Sektion des SKG angeschlossen sind).

In Deutschland sind diese Untersuchungen auf 12 und 24 Monate festgelegt (Züchter welche dem BK München angeschlossen sind).

Berücksichtigen Sie also beim Welpenkauf nicht nur die Ahnentafel sowie die darin angegebenen Untersuchungswerte betreffen HD, Herz und Spondylose sondern auch das Alter der Eltern.

Hat ein Elterntier erst die erste Untersuchung absolviert, ist das keine Garantie, dass in der Zweit-Untersuchung dann nicht doch Spondylose diagnostiziert wird. Hat das Elterntier die Zweituntersuchung gemacht und basieren die Angaben vom Züchter auf der Zweituntersuchung, sind Sie etwas mehr auf der sicheren Seite.

Ein seriöser Züchter wird übrigens auch keine Probleme damit haben, Ihnen die entsprechend aktuellen Auswertungen seiner Zuchttiere vorzulegen.

Aber wie gesagt; Zucht/Vererbung sind nur einer von diversen Faktoren für die Spondylose, einen Risiko-Auschluss gibt es nicht. Aber es schadet sicherlich nicht, wenn man bei der Auswahl des Welpen auch diesen Punkt berücksichtigt.

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